Otterspotter

Gibt es in den Kantonen Bern und Solothurn wildlebende Fischotter? Und was weiss man über die Verbreitung der Fischotter in den zwei Kantonen?

Ende der 80er Jahre gab es in der Schweiz keine Fischotter mehr. Seit einigen Jahren nehmen jedoch die Fischotter-Populationen in weiten Teilen Europas wieder zu – so auch in der Schweiz. Im Auftrag des BAFU wurde deshalb entlang der grossen Fliessgewässer im Jahr 2016 ein Monitoring durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass eine kleine Population zwischen Bern und Thun lebt.

Projekt "Otterspotter"

Um die Rückkehr des Fischotters im Berner Mittelland dokumentieren zu können, haben der WWF Bern und  Solothurn gemeinsam mit Pro Lutra das Projekt Otterspotter lanciert. Das Ziel ist die aktuelle Verbreitung des Fischotters in den beiden Kantonen zu erfassen und seine Rückkehr zu dokumentieren. Dazu spannen die Expertinnen von Pro Lutra mit rund 40 Freiwilligen des WWF zusammen. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass wir in einigen Jahren den Ausbreitungsprozess der Fischotter genauer verstehen werden. Die in Bern und Solothurn gesammelten Erfahrungen sollen dabei als Grundlage für eine künftige nationale Kartierung dienen. Zudem leisten die Otterspotter einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit in Bezug auf die Situation und die Ansprüche des Fischotters bei uns in der Schweiz. 

 

Durchführung Winter 2017/18

Im Winter 2017/18 untersuchten die Freiwilligen zwischen Dezember und April 72 Quadrate à 5x5 Kilometern auf Fischottervorkommen. Flächenmässig wurde damit fast ein Drittel der Gesamtfläche der beiden Kantone abgedeckt. In neun Quadraten konnten Fischotter nachgewiesen werden. Erstnachweise wurden flussabwärts vom heutigen bekannten Vorkommen um Bern erfasst: bei Wileroltigen, entlang der Alten Aare und bei Wangen an der Aare. 

Schlussbericht mit den Resultaten der letzten Kartierung (Winter 2017/18)

 

Durchführung Winter 2019/20

Im Winter 2019/20 wurde die zweite Kartierung der Otterspotter durchgeführt. Insgesamt suchten 37 Otterspotter in 80 Quadraten nach Fischotterspuren. In potentiellen Verbreitungsgebieten konnte das Untersuchungsgebiet sogar erweitert werden. 

In sieben dieser Quadrate haben die Otterspotter Fischotterspuren entdeckt. Zwischen den beiden Kartierungen konnte dabei eine Veränderung der Arealnutzung festgestellt werden: Das Vorkommen entlang der Alten Aare wurde nicht mehr bestätigt, hingegen konnte neu am Wohlensee die Anwesenheit von mindestens einem Fischotter festgestellt werden. Das zeigt, wie wichtig eine engmaschige Dokumentation ist, um den Ausbreitungsprozess der Fischotter genauer zu verstehen.

Schlussbericht mit den Resultaten der letzten Kartierung (Winter 2019/20) 

 

Eine dritte Kartierung im Jahr 2021/22 wird angestrebt. Machen Sie beim nächsten Mal selber mit als Otterspotter*in! Ein Mail an infonoSpam@wwf-be.noSpamch genügt. Wir freuen uns auf Sie! 

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