Gewässerperlen

Wilde und lebendige Bäche und Flüsse sind in der Schweiz selten. Über Jahrzehnte hinweg haben wir uns viel zu wenig um unsere Gewässer gekümmert. Unsere Gewässer sind verbaut, verschmutzt und übernutzt. Unsere Auen, die wegen ihrer hohen Artenvielfalt auch die Regenwälder Europas bezeichnet werden, sind fast alle verschwunden. Viele Tiere und Pflanzen sind bereits ausgestorben oder stehen kurz davor.

Aber es gibt sie noch, die Gewässerperlen. Diese wenigen noch natürlichen Bäche und Flüsse müssen wir erhalten. Es sind wahre Schatzkammern für Tiere und Pflanzen und nicht zuletzt Quellen der Inspiration auch für uns Menschen. Deshalb legt der WWF besonderen Wert auf den Schutz und die Aufwertung der Schweizer Fliessgewässer.

Gewässerperlen sind ökologisch sehr wertvolle Fliessgewässer, welche durch ihre grosse Natürlichkeit bestechen. Sie sind weitgehend unbeeinträchtigt, d.h. unverbaut und nicht genutzt. Diese Fliessgewässer sind wertvolle und besonders artenreiche Hotspots. Insgesamt hat der WWF zusammen mit Experten schweizweit 64 Gewässerperlen identifiziert.  

Berner Gewässerperlen

Acht dieser Gewässerperlen liegen im Kanton Bern. Hier können Sie unsere Gewässerperlen kennenlernen.

"Gang doch e chli der Aare naa, der schöne, schöne grüene Aare naa, dere Aare naa" singt Stiller Has in seinem Song "Aare". Die Aare ist mit 288 km der längste Schweizer Fluss. Als Alte Aare wird der ursprüngliche Flusslauf der Aare von Aarberg bis Büren bezeichnet. Sie ist eine Gewässerperle, weil ihre zusammenhängenden Altwasserläufen wertvolle und seltene Lebensräume bieten. 

Die Belper Giessen sind von Grundwasser gespiesene Flussnebenläufe der Aarelandschaft zwischen Thun und Bern. Sie bilden natürliche Überschwemmungsgebiete und eine reich strukturierte Auenlandschaft mit hoher Artenvielfalt. Durch gezielte Massnahmen sollte die Vernetzung verbessert werden, um das Gesamtsystem aufzuwerten. 

Der natürlicherweise wilde Charakter der Chiene und des Gornernbachs mit seinen Kaskaden, steil abfallenden, teilweise dicht bewaldeten Schluchten und Auengebieten gilt als Schmuckstück im Kanton Bern. Die Griesschlucht und das Gebiet um den Tschingelsee sind die bekannten Attraktionen im Tal, aber auch sonst gibt es viel zu entdecken. 

Der unzugängliche Schluchtcharakter im Oberlauf und die Moorlandschaft im Quellgebiet machen die Emme zu einer Besonderheit mit einzigartigen Landschafts- und Naturwerten. Erst weiter unten nehmen die Beeinträchtigungen zu. Durch Aufwertungsmassnahmen könnte das Perlengebiet verlängert werden. 

Die Entschlige oder 'Engstlige' bildet zwischen Adelboden und Frutigen eine Auenlandschaft von nationaler Bedeutung. Das Gewässer ist mit seinem natürlich verzweigten Gerinne und alternierenden Kiesbänken im Unterland zu einer Seltenheit geworden. Leider liegt dieser wertvolle Abschnitt etwas isoliert, da ober- und unterhalb Hindernisse und Verbauungen bestehen. 

Der Oberlauf der Kander bietet eine abwechslungsreiche und grösstenteils unberührte Landschaft. Auf engem Raum findet sich hier ein Mosaik aus Gletschervorfeld, alpiner Schwemmebene, hochgelegenem Auengebiet und spektakulärer Schluchtenlandschaft. Der Erhalt des gesamten Gewässersystems ist durch konkrete Nutzungsideen bedroht.

Fast auf seinem kompletten Lauf bildet das Schwarzwasser bedeutende Auenlandschaften. Schwemmebenen, grossflächige Kiesbänke und -inseln, lange Mäanderschlaufen sowie Schluchtstrukturen geben dem Gewässer einen einzigartigen Charakter. Hier zeigt sich der benötigte Platz eines natürlichen Flusses. Solche frei fliessenden, unbeeinträchtigten Gewässerperlen sind in der Schweiz zu einer Rarität geworden. 

Die Sense ist eine absolute Ausnahme unter den grösseren Gewässern der Schweiz. Bereits 2011 wurde sie in einer internationalen Studie als wertvollster Alpenfluss bezeichnet. Zu Recht – die Sense ist als eines der letzten natürlichen und unverbauten Gewässer dieser Grösse eine absolute Ausnahme im gesamten Alpenraum. Verzweigte Flussläufe, dynamische Auengebiete und eine hohe Artenvielfalt zeugen von der Einzigartigkeit dieser Perle. Der untere Abschnitt gilt als Paradebeispiel für Revitalisierungsprojekte. 

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