Wald bedeutet Lebensvielfalt

Der Wald prägt das Landschaftsbild, bietet Lebensraum für Pflanzen und Tiere und schützt vor Naturgefahren. Er ist wichtiger Energie- und Rohstofflieferant sowie Trink­wasser­reservoir. 

Langzeitstudien des Bundes haben gezeigt, dass sich die Wachstumsbedingungen für den Wald an vielen Orten verschlechtern. Diese Verschlechterung wird unter anderem durch eine hohe Belastung mit pflanzenverfügbarem Stickstoff aus der Luft verursacht. Diese ist zwar – nach einem Höhepunkt Mitte der 1980er Jahre – seit 2000 stabil, doch sind die Einträge in die Wälder immer noch zwei- bis dreimal höher als langfristig tolerierbar.

Unser Engagement

  • Wir engagieren uns für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung nach FSC-Label im Kanton Bern. Dies bedeutet, dass auf mindestens 10 Prozent der Waldfläche die Natur den Vorrang hat. Auf der übrigen Fläche soll naturnaher Waldbau betrieben werden.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass der Kanton Bern möglichst bald das Ziel, 10 Prozent der gesamten Waldfläche als Reservat auszuscheiden, erreicht. Derzeit kann sich die Natur nur auf 2 Prozent der Berner Waldfläche frei entfalten.
  • Wir wirken bei regionalen Waldplanungen mit, da diese ein wichtiges Steuerelement der Gemeinden und Kantone sind.
  • Wir setzen uns für eine "urwaldfreundliche" Beschaffung von Holz und Holzprodukten - auch im Kanton Bern - ein. Daher befürworten wir Holz und Holzprodukte, die mit dem FSC-Label zertifiziert sind.

WWF-Waldreservate

Die WWF-Waldreservate umfassen im Kanton Bern insgesamt 150 Hektaren. Sie entsprechen damit 2 Prozent der gesamten Berner Waldfläche. Der WWF Bern hat mit verschiedenen Waldbesitzern für sechs besondere Waldflächen im Kanton Bern (total 150 ha) langfristige Verträge abgeschlossen. Diese WWF-Waldreservate sollen sich ohne menschlichen Eingriff entwickeln. So entstehen Räume, wo sich Bäume verschiedenen Alters nebeneinander und vielfältige Lebensgemeinschaften von Tieren, Pflanzen und Pilzen entwickeln können. Übrigens: Die Projektpartner des WWF bei den Waldreservaten gehörten im Kanton Bern zu den ersten, die das FSC-Label erhielten! 

Am Ufer des Wohlensees sind die Wälder teilweise schwer zugänglich. Damit lohnt sich die Holznutzung kaum noch. Der Naturwald Aebischen (Frauenkappelen) umfasst knapp 5 Hektaren und erstreckt sich über die beiden Waldparzellen im Inselrain und im Steingrübli, welche zum Landwirtschaftsbetrieb der Familie Brönnimann gehören.

Von den 673 Hektaren Wald in den Schluchten von Court sind ca. 5.3 % als Naturwald ausgeschieden. Dieser befindet sich vor allem in höher gelegenen, sehr trockenen und felsigen Bereichen des Gebiets. Dort finden Gämsen und vier zum Teil seltene Fledermaus-Arten idealen Lebensraum.

Die Waldparzelle im Flüegraberain (Mühleberg) befindet sich Ufer des Wohlensees. Die BKW Energie AG als Grundeigentümerin hat sich per Vertrag verpflichtet, in diesem Bereich bis 2050 auf eine Holznutzung zu verzichten - zum Wohl von Fuchs, Hasen, Rehen, Mardern, Dachsen, Igeln und unzähligen Vögeln, die dort einen ungestörten Lebensraum finden.

Der Wald der Burgergemeinde Leuzigen liegt am nordwestlichen Rand des Bucheggberges südlich der Aare auf 450 bis 570 m ü. M. Von den insgesamt 405 ha gehören etwa 3 % zum Naturwald Heidi. Mächtige Moorböden kennzeichnen das Gebiet. Die nassen Senken sind gut erhalten, weil die Entwässerungs-systeme schon seit Jahrzehnten nicht mehr unterhalten werden. Da zudem das Holz in diesem Gebiet seit über 10 Jahren nur wenig genutzt wurde, ist das Gebiet des Heidi auf dem Weg zu seinem ursprünglichen Zustand.

Dieser gut 10 ha grosse Flecken Wald in der Gemeinde Tramelan hat eine bewegte Geschichte. In früheren Zeiten wurde im Wald direkt Holzkohle gewonnen, so dass der Wald Les Places im 19. Jahrhundert fast alle seine Bäume verloren hatte. Im 20. Jahrhundert wieder aufgeforstet diente er als Waldweide, die so typisch für das Jura ist. Seit Ende der 60er Jahre wurde sowohl die Waldweide-Wirtschaft als auch die Holznutzung im Wald Les Places aufgegeben, so dass er jetzt viel dichter wächst, als er es lange war. 

Mit seinen 78 ha ist der in den Gemeinden Därstetten und Oberwil gelegene Naturwald Weissenburg (Simmental) bisher das grösste langfristig gesicherte Waldreservat. Und er hat einige Natur-Schätze zu bieten wie die grossblütige Bergminze, die im Kanton Bern nur im Simmental vorkommt. Tier-Interessierte kommen auch auf ihre Kosten: Gämsen, Adler und Birkwild sind hier auch zu beobachten.

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